13.04.2016

Kleines Wort – große Wirkung!

Das Gehalt ist Anerkennung genug? – Studien zeigen, dass Beschäftigten persönliche Wertschätzung wichtiger ist. Ein Dank wiegt viele Mühen auf.

Das Team hat wochenlang unter Hochdruck gearbeitet. Selbst Wochenenden waren zum Ende des Projekts nicht mehr heilig. Auf Dank warten die Mitarbeiter vergebens. Ihr Vorgesetzter nimmt ihr Engagement für selbstverständlich und mäkelt an den Ergebnissen herum. Damit setzt er mehr aufs Spiel, als er ahnt.

Arbeitspsychologen und Personalberater sind sich einig: Das Engagement von Beschäftigten steht und fällt mit der Wertschätzung. Befragungen der Personalberatung O.C. Tanner zeigen, dass persönliche Anerkennung der Vorgesetzten sogar höher rangiert, als mehr Geld. Fühlen sich Mitarbeiter wertgeschätzt, arbeiten 78 Prozent hoch motiviert; sie bereichern ihr Unternehmen doppelt so oft mit Ideen. Fehlt Anerkennung, ziehen sich zwei Drittel der Befragten in die innere Emigration zurück. Sie leisten Dienst nach Vorschrift, nüchtern und lieblos – spiegeln also exakt das Verhalten ihrer Vorgesetzten. Chefs, die meinen, mit dem Gehalt sei der Einsatz ihrer Mitarbeiter abgegolten, verspielen deren Motivation, setzen den Erfolg künftiger Projekte und sogar die Innovationskraft des Unternehmens aufs Spiel.

Ob Chef, Kollege, ob Kunde oder Auftraggeber: Wir haben täglich die Wahl zwischen lieblos nüchtern oder herzlich wertschätzend. Gerade elektronische Kommunikation verleitet zu kurz angebundenem, rauem Ton. Innehalten, sich in das Gegenüber zu versetzen und ein Kompliment oder aufrichtiges Dankeschön zu formulieren, dauert nur wenige Sekunden. Es kann aber Stunden aufwiegen. Darum wusste schon Cicero: „Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen“.

 
 
 
 
  • productronica