08.05.2018

Firmenrechner sicher ausrangieren

Das Mooresche Gesetz hat eine Schattenseite. Server, PCs und Smartphones sind schnell veraltet. Beim Aussortieren der Geräte ist Vorsicht geboten.

So einen Rat liest man selten: „Richten Sie am Objekt möglichst maximalen Schaden an“, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Gemeint sind Festplatten ausrangierter Server, PCs, Smartphones sowie andere Speichermedien. Diese sollten vor der Entsorgung unbedingt unlesbar gemacht werden, damit darauf gespeicherte Daten keinesfalls in falsche Hände geraten. Der Einsatz von Hammer und Zange gilt als sicherer Weg, sofern Handschuhe und Schutzbrille die Hände und Augen dabei vor umherfliegenden Splittern schützen.

Einfaches Löschen genügt nicht

Wegen der rasanten Innovationsgeschwindigkeit stellt sich die Frage der sicheren Entsorgung von IT-Hardware in Unternehmen regelmäßig. Server und PCs werden im Schnitt drei bis fünf Jahre genutzt. Smartphone, Tablet und Co. wandern noch schneller in den Elektroschrott. Jedes ausrangierte Gerät ist laut BSI ein potentielles Datenleck, wenn die Daten lesbar bleiben. Einfaches Löschen reicht nicht. Und auch das Formatieren der Festplatte löscht nur Dateisystemstrukturen. Die Daten selbst bleiben dagegen auf dem Datenträger und lassen sich mit etwas Expertise weiterhin ausgelesen.

Wer die physikalische Zerstörung scheut, kann spezielle Software nutzen. Sie überschreibt die Daten mehrfach mit vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen, damit sie nicht mehr wiederherstellbar sind. „Bei älteren Festplatten bis 80 Gigabyte Kapazität sollten die Daten siebenfach überschrieben werden“, rät das BSI. Für moderne SSD oder SSHD Festplatten böten die Hersteller sichere Löschroutinen, die in Kombination mit dem Überschreiben als sehr sicher gelten. Einer anschließenden Weiternutzung der Festplatten durch Dritte steht dann nichts mehr im Wege. Software zum Überschreiben sollte laut BSI per CD oder USB-Stick gestartet werden und die gesamte Festplatte überschreiben. Im Markt gebe es dafür auch verlässliche Freeware. Lässt sich ein defekter Datenspeicher nicht überschreiben, hilft aber nur der Griff zum Hammer.

 
 
 
 
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